Jüdisches Priestertum: Wer ist auf G’ttes Seite?

Eigentlich ist jeder eingeladen und berufen. Von Richard Elofer

Einst fragte der Chafetz Chajim einen Juden, ob er Kohen oder Levi sei (Priester oder Levit). Als dieser beides verneinte, fragte er: »Warum nicht?«

»Weil mein Vater keiner war.«

»Und warum war er keiner?«, wollte der Chafetz Chajim wissen.

»Weil sein Vater keiner war.«

(Das erinnert mich an den Witz mit dem Juden, der seinem Rabbi 10.000 Dollar geben wollte, damit er ihn zum Kohen mache. Sein Vater und sein Großvater seien auch Kohanim gewesen. Deshalb wolle er es auch sein.)

Der Chafetz Chajim, selbst ein Kohen, sagte dem Mann: »Der Unterschied zwischen dir und mir ist: Als Mose vor vielen Generationen in der Wüste rief: ›Wer auf G’ttes* Seite ist, komme her zu mir!‹ (2. Mose 32,26), da gingen meine Vorfahren zu ihm, aber deine nicht. Deshalb ist der Stamm Levi etwas Besonderes. Das heißt doch für dich: Wenn das nächste Mal jemand sagt: ›Wer auf G’ttes Seite ist, komme her zu mir!‹, dann geh hin!

Aus: Shabbat Shalom Newsletter, 770, 3. März 2018, 16. Adar 5778

Herausgeber: World Jewish Adventist Friendship Center

Empfohlener Link: https://wjafc.globalmissioncenters.org/

*Deutsche Juden haben die Gewohnheit im Wort G’tt, den Vokal nicht zu schreiben und stattdessen Adonai oder HaShem zu lesen. Dies ist für sie Ausdruck der Ehrfurcht vor G’tt.


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