Momente der Gottesoffenbarung: Gnade erlöst

Momente der Gottesoffenbarung: Gnade erlöst
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Als mein Partner mich überraschte. Von Vanessa Nebblett

Heute verstehe ich Gnade besser. Mir sind die Augen aufgegangen.

Vor etwas mehr als vier Jahren schrieben mein bester Freund und ich uns die ersten Briefe (meine Familie nannte sie aufgrund ihrer Länge »Sendschreiben«).

In dieser Frühzeit war es für mich sehr schwer gewesen, mich bei ihm zu entschuldigen. Ich hatte ihm Unrecht getan. Er wusste aber nichts davon. Es war für mich eine Qual, diese scheinbar unbedeutende Sache anzusprechen. Heute lachen wir über meine Angst, aber damals war ich sicher, dass unsere Beziehung zerbrechen würde, noch bevor sie so richtig begonnen hatte. Wie sollte er mir auch vertrauen, wenn ich so eine unreife Christin war?

Ich erinnere mich noch an die Nachricht, die ich ihm schrieb, als wäre es gestern gewesen. Ängstlich wartete ich eine Stunde lang, bis er sie sah und antwortete.

Leute, ich hab mir die Antwort gerade noch mal angesehen. Da kommen mir immer noch die Tränen … Er nannte mich Gnadentochter. Bis heute mag ich diesen Spitznamen am liebsten.

Seitdem fällt es mir nicht mehr schwer, ihm einen Fehler zu bekennen. Ich weiß, dass seine Arme und sein Herz immer bereit sind, mich aufzufangen, wenn ich gefallen bin. Ich weiß, er vergibt mir so, dass er keine Sekunde länger über die Sache nachdenkt. Wenn ich bedrückt zu meinem Mann komme und mich am liebsten wie eine Maus in ein Loch verkriechen würde, nennt er mich Gnadentochter. Ich fühle mich geliebter, schöner und wertvoller als je zuvor. Das habe ich in unserer Ehe immer wieder erlebt.

Ich erzähle euch vor allem deshalb davon, weil ich dadurch die Liebe des Vaters besser verstehe. Wenn ich zu ihm komme, fragt er mich nicht erst aus, um sicherzustellen, dass ich wirklich bereue. Er misstraut mir nicht, weil ich wieder versagt habe. Er stellt mich nicht bloß, verurteilt mich nicht, entzieht mir seine Liebe nicht einmal einen Augenblick. Er winkt mich zu sich und lässt mich mein Gesicht in seiner Brust verbergen. Er küsst mir auf den Kopf und sagt: »Ich bin so froh, dass du weißt, wo du sicher bist.«

Das ist Gnade!

Vielleicht fragst du dich, ob man bei dieser Art von Gnade nicht wieder leichter fällt. Sicher, wenn ich mich bloßgestellt oder verurteilt fühlte, würde ich wahrscheinlich mehr daran arbeiten, dass es besser mit mir wird. Leider ist das jedoch aussichtslos. Je mehr ich mich auf meine Sünde und Schuld konzentriere, desto mehr hat sie mich im Griff.

Gnade macht mich aber auf wundersame Art und Weise frei. Sein Herz bei jemandem ausschütten zu können, der dann auch noch Gnadenöl darauf gießt, eröffnet den bisher verschütteten Weg zum Sieg. Das ist Erlösung!

Das möchte Gott jedes Mal tun, wenn ich zu ihm komme. Aber er möchte diese Erlösung auch durch Menschen auf die Herzen ausgießen.

Ich freue mich über das Geschenk, das Gott mir mit der Liebe meines Mannes macht. In meinem Herzen ist ein Gebet entstanden, dass ich doch auch diese Gnade meiner Familie schenken kann, dass meine Kinder durch mich irgendwie lernen, was wahre Vergebung, Liebe und Erlösung heißt, die uns von Jesus her erreicht. Das wird ein echtes Wunder werden! Denn ich bin von Natur aus keine Gnadentochter. Aber ich vertraue auf seine Macht!

Life Worth Living, 12. Februar 2020

http://www.thenebblettfamily.com/2020/02/grace-redeems.html

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