Die Welt steht am Rande großer Prüfungen: Katastrophen, Krisen und Täuschungen häufen sich, und selbst die Gläubigen werden auf die Probe gestellt. Entdecke, warum nur diejenigen bestehen, die Gottes Maßstäbe ernst nehmen, und wie du dich vorbereiten kannst, um in der kommenden Zeit von Gnade und Schutz getragen zu werden. Von Ellen White
Lesezeit: 15 Minuten
»Weil die Missachtung des Gesetzes überhandnehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten.« (Matthäus 24,12)
Sogar die Luft, die wir atmen, ist inzwischen von Schuld und Unrecht kontaminiert. Sehr bald werden Gottes Leute durch echt harte Prüfungen gehen. Dann wird der Großteil derer, die heute noch authentisch und standhaft wirken, sich als unedles Metall erweisen. Statt durch Widerstand, Drohungen und Misshandlungen zu wachsen, werden sie leider aus Angst die Seite des Gegners wählen.
Doch Gottes Zusage steht: »Wer mich ehrt, den werde auch ich ehren.« (1. Samuel 2,30) Wollen wir unsere Verbundenheit zu Gottes Maßstäben lockern, nur weil die Mehrheit versucht, sie außer Kraft zu setzen?
Die Zeit ist da!
Schon jetzt sind Gottes Gerichte im Land spürbar: in Stürmen und Überschwemmungen, in Unwettern und Erdbeben, in Gefahren zu Land und zu Wasser. Der große Ich-Bin spricht zu allen, die sein Gesetz missachten. Wenn sich Gottes Zorn über die Erde ergießt – wer wird dann bestehen können?
Jetzt ist die Zeit für Gottes Volk, Farbe zu bekennen! Wenn das, was Jesus gelehrt hat, seine Gebote verspottet werden, dann braucht es umso mehr Leidenschaft und unerschrockenen Mut. Für Wahrheit und Gerechtigkeit einzustehen, wenn die Mehrheit sich abwendet; Gottes Seite zu vertreten, wenn kaum noch jemand mitkämpft – das wird unsere Probe sein.
Zu dieser Zeit werden wir Wärme aus der Kälte anderer schöpfen, Mut aus ihrer Angst und Treue aus ihrem Verrat. Die Nation wird auf der Seite des großen Rebellenführers stehen.
Schnell rückt die Reinigungszeit für die Gemeinde näher. Gott wird sich ein Volk schaffen, das ehrlich, aufrichtig und rein ist. In dem großen Aussortieren, das bald kommt, wird sichtbar werden, wie groß »Israels Herrlichkeit« ist (1. Samuel 15,29). Die Zeichen zeigen: Die Stunde ist nah, in der der HERR selbst handeln wird – er hält die Worfschaufel in der Hand und wird seine Tenne gründlich reinigen.
Die Zeit rückt näher, in der Verwirrung und Orientierungslosigkeit stark zunehmen. Satan selbst wird als Lichtgestalt erscheinen – so überzeugend, dass er, wenn möglich, sogar die Erwählten täuschen würde (Matthäus 24,24). Es wird viele Götter geben und viele Herren, die Anspruch auf Führung erheben. Jede neue Idee, jede Strömung wird um Aufmerksamkeit ringen.
Jede Nation hat bei Gott ein Konto
Mit unfehlbarer Genauigkeit führt der Ewige Buch über die Völker. Solange seine Barmherzigkeit noch zur Umkehr ruft, bleibt dieses Konto offen. Doch wenn eine Grenze erreicht ist – eine Grenze, die Gott selbst festgelegt hat –, beginnt das Wirken seines Gerichts. Dann wird das Konto geschlossen. Die Zeit der Geduld ist vorbei. Fürbitte und Aufschub finden kein Gehör mehr.
Der Prophet sah diese Zeit schon aus weiter Ferne vor sich. Die Nationen unserer Zeit haben Gnade in einem Maß empfangen wie kaum eine Generation zuvor. Die kostbarsten Gaben des Himmels wurden ihnen anvertraut. Und doch stehen auf ihrer Rechnung wachsender Stolz, Gier, Ersatzgötter, Gleichgültigkeit gegenüber Gott und beschämende Undankbarkeit. Sie sind dabei, ihr Konto bei Gott selbst zu schließen.
Die Polarisation nimmt zu
Was mich jedoch besonders erschüttert, ist dies: Gerade diejenigen, die das meiste Licht und die größten Vorrechte hatten, sind von der allgegenwärtigen Ungerechtigkeit angesteckt worden. Unter dem Einfluss ihres Umfelds sind viele – selbst solche, die sich zur Wahrheit bekennen – innerlich erkaltet und werden vom starken Strom des Bösen mitgerissen.
Die allgemeine Geringschätzung echter Frömmigkeit und gelebter Heiligkeit führt dazu, dass Menschen, die Gott nicht nahe bleiben, den Respekt vor seinem Gesetz verlieren. Würden sie dem Licht folgen und die Wahrheit beherzigen, würde ihnen dieses heilige Gesetz gerade dann besonders kostbar werden, wenn es verachtet und beiseitegeschoben wird.
Je deutlicher die Missachtung von Gottes Weisungen sichtbar wird, desto klarer zeichnet sich die Grenze zwischen denen, die sie achten, und der Welt ab. Während bei den einen die Verachtung wächst, wächst bei den anderen die Liebe zu Gottes Maßstäben umso stärker.
Auch du kannst Menschen retten
Die Krise steht unmittelbar bevor. Die Entwicklungen überschlagen sich – alles deutet darauf hin, dass die Zeit von Gottes Eingreifen sehr nahe ist. Auch wenn es Gott widerstrebt zu richten, wird er es tun – und zwar bald.
Diejenigen, die im Licht leben, erkennen die Warnzeichen der herannahenden Gefahr. Doch sie sollen nicht ruhig und gleichgültig abwarten, als könnten sie sich damit trösten, dass Gott sein Volk im Ernstfall schon schützen werde. Ganz im Gegenteil: Sie sind aufgerufen, mit ganzer Hingabe zu handeln, um andere zu retten – und dabei fest auf Gottes Hilfe zu vertrauen.
Der Auftrag lautet: »Geh durch die Stadt Jerusalem und zeichne mit einem Zeichen an der Stirn die Leute, die da seufzen und jammern über alle Gräuel, die darin geschehen.« (Hesekiel 9,4)
Diese Menschen, die seufzten und weinten, hatten zuvor die Worte des Lebens weitergegeben. Sie hatten gewarnt, ermutigt, beraten und eindringlich gebeten. Manche, die Gott entehrt hatten, kehrten um, bereuten und demütigten sich vor ihm. Doch die Herrlichkeit des HERRN hatte sich bereits von Israel zurückgezogen. Zwar hielten viele noch an religiösen Formen fest, doch Gottes Kraft und Gegenwart fehlten.
Tränen einer inneren Not
Wenn Gottes Gericht über die Welt kommt, werden die demütigen und treuen Nachfolger von Jesus klar von der übrigen Menschheit unterschieden sein – nicht durch äußere Zeichen, sondern durch ihre tiefe innere Emotion: ihr Mitgefühl und die Sorge um ihre Mitmenschen. Diese äußert sich in Wehklage und Tränen, in leidenschaftlichem Werben und warnenden Worten.
Während andere versuchen, das Böse zu beschönigen, es zu relativieren oder die allgegenwärtige Ungerechtigkeit zu entschuldigen, können diejenigen, denen Gottes Ehre am Herzen liegt und die Menschen lieben, nicht schweigen, nur um beliebt zu bleiben.
Ihre Gewissen sind Tag für Tag bedrückt von den gottlosen Taten und Worten um sie herum. Sie sind nicht in der Lage, den reißenden Strom des Unrechts aufzuhalten – und gerade deshalb erfüllen Trauer und Sorge ihr Herz. Sie trauern vor Gott, wenn sie sehen, wie der Glaube selbst in den Häusern derer verachtet wird, die einst großes Licht empfangen haben. Sie klagen und demütigen sich, weil Stolz, Gier, Egoismus und Täuschung in nahezu jeder Form selbst in der Gemeinde Raum gewonnen haben.
Wer den eigenen geistlichen Niedergang nicht schmerzlich wahrnimmt und nicht über das Unrecht um sich herum trauert, wird ohne Gottes Siegel bleiben.
Nicht auf Menschen schauen
Der HERR gibt in Hesekiels Vision seinen Boten den Auftrag – jenen, die mit Schlachtwaffen dargestellt werden: »Geht ihm nach durch die Stadt und schlagt drein; eure Augen sollen ohne Mitleid blicken und keinen verschonen. Erschlagt Alte, Jünglinge, Jungfrauen, Kinder und Frauen, schlagt alle tot; aber die das Zeichen an sich haben, von denen sollt ihr keinen anrühren. Fangt aber an bei meinem Heiligtum! Und sie fingen an bei den Ältesten, die vor dem Tempel waren.« (Hesekiel 9,5-6)
Hier wird deutlich: Die Gemeinde – Gottes eigenes Heiligtum – war die erste, die Gottes Zorn zu spüren bekam. Gerade die Ältesten, denen besonders viel Licht anvertraut worden war und die als Hüter des geistlichen Lebens im Volk eingesetzt waren, hatten das in sie gesetzte Vertrauen enttäuscht.
Das macht eines klar: Unser Maßstab darf niemals der Mensch sein. Unser Vertrauen muss fest in Gott verankert bleiben. Denn eine Zeit liegt unmittelbar vor uns, die den Glauben bis aufs Mark prüfen wird.
Mitten in der Zerreißprobe
Auf dem Ölberg sprach Jesus selbst von den erschütternden Ereignissen, die seiner Wiederkunft vorausgehen würden:
»Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei … Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere; und werden Hungersnöte sein und Erdbeben. Das alles aber ist der Anfang der Wehen.« (Matthäus 24,6-8)
Diese Worte erfüllten sich zum Teil bereits bei der Zerstörung Jerusalems – doch ihre tiefere und unmittelbarere Bedeutung gilt den letzten Tagen.
Auch Johannes durfte einen Blick auf die furchtbaren Szenen werfen, die Jesu Kommen ankündigen werden. Er sah Heere, die sich zum Kampf sammelten, und Menschen, deren Herzen vor Angst versagten. Er sah, wie die Erde aus den Fugen geriet, Berge ins Meer stürzten, das Meer toste und schäumte und die Erde bebte (Psalm 46,3-4). Er sah, wie die Schalen von Gottes Zorn ausgegossen wurden – und wie Seuchen, Hunger und Tod über die Erdbewohner kamen.
Gott zieht seinen Geist zurück
Schon jetzt zieht sich der zügelnde Geist Gottes Schritt für Schritt von der Erde zurück. Stürme, Orkane, Unwetter, Feuer und Überschwemmungen; Katastrophen zu Wasser und zu Land – sie folgen einander in immer kürzeren Abständen. Die Wissenschaft sucht für all das Erklärungen.
Die sich verdichtenden Zeichen um uns herum, die auf die nahe Wiederkunft des Gottessohnes hinweisen, werden auf alles Mögliche zurückgeführt – nur nicht auf ihre eigentliche Ursache.
Die Menschen erkennen nicht die Wächterengel, die die vier Winde zurückhalten, damit sie erst dann losbrechen, wenn Gottes Diener versiegelt sind. Doch wenn Gott seinen Engeln gebietet, die Winde freizugeben, wird sich eine Szene entfalten, die kein menschliches Wort angemessen beschreiben kann.
Wir stehen an der Schwelle großer und ernster Ereignisse. Die Prophetie hat sich fast vollständig erfüllt. Der HERR steht vor der Tür. Bald wird für jeden lebenden Menschen eine Zeit von überwältigender Bedeutung anbrechen. Die großen Kontroversen der Vergangenheit werden neu aufflammen, neue Kontroversen werden entstehen. Was sich dann auf unserer Welt abspielen wird, übersteigt alles, was man sich vorstellen kann.
Satan wirkt durch menschliche Werkzeuge. Diejenigen, die mit großem Einsatz versuchen, die amerikanische Verfassung zu verändern und Gesetze durchzusetzen, die den ersten Tag der Woche religiös festschreiben sollen, ahnen kaum, welche Folgen ihr Handeln haben wird. Die Krise steht unmittelbar bevor.
Gott bleibt am Steuer
Doch Gottes Diener sollen sich in dieser entscheidenden Stunde nicht auf sich selbst verlassen. In den Visionen, die Jesaja, Hesekiel und Johannes empfingen, wird deutlich, wie eng der Himmel mit den Ereignissen auf der Erde verbunden ist.
Wir sehen darin Gottes fürsorgliche Nähe zu denen, die ihm treu bleiben. Der Ablauf der kommenden Ereignisse liegt nicht außer Kontrolle – er liegt in der Hand des HERRN. Die Welt ist nicht führungslos. Die Majestät des Himmels hält sowohl das Geschick der Nationen als auch das Leben seiner Gemeinde fest in ihrer Hand.
Geschwister, jetzt ist nicht die Zeit für Resignation oder Mutlosigkeit. Jetzt ist nicht der Moment, Zweifel und Unglauben Raum zu geben. Jesus ist für uns kein Retter, der noch im Grab liegt – eingeschlossen in Josefs neuem Grab, versiegelt mit einem schweren Stein und dem Siegel Roms. Wir haben einen auferstandenen Retter!
Er ist der König, der Herr der himmlischen Mächte. Er thront zwischen den Cherubim – und mitten im Lärm, im Chaos und in den Erschütterungen der Nationen wacht er weiterhin über sein Volk.
Der, der im Himmel regiert, ist unser Erlöser. Er kennt jede Prüfung. Er misst jede Belastung. Er behält das Feuer im Blick, das jede Seele prüfen muss.
Wenn die Machtzentren der Könige erobert werden, wenn Gottes Zornespfeile die Herzen seiner Feinde treffen, dürfen Gottes Kinder wissen: Sie sind geborgen in seiner Hand. Ihnen wird gesagt: »Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr eure Seelen retten.« (Lukas 21,19 NL).
Wie stark macht sich Gott von uns abhängig?
Die Menschen, die Gott als seine Boten einsetzt, sollen nicht denken, dass sein Werk von ihnen abhängt. Diese Verantwortung ruht nicht auf begrenzten Schultern allein. Kein Mensch muss diese Last aus eigener Kraft tragen.
In Hesekiels Vision lag Gottes Hand unter den Flügeln der Cherubim – ein Bild dafür, dass göttliche Kraft es ist, die Erfolg schenkt. Gott wirkt mit denen zusammen, die bereit sind, das Unrecht loszulassen und ihr Herz und ihr Leben reinigen zu lassen.
Die himmlischen Boten, die Hesekiel sah, eilten wie ein helles Licht blitzschnell zwischen den lebendigen Wesen hin und her. Das zeigt die Geschwindigkeit, mit der dieses Werk schließlich zu seinem Ziel geführt wird.
Er, der nicht schläft noch schlummert, der unaufhörlich an der Ausführung seiner Pläne arbeitet, führt sein großes Werk in vollkommener Harmonie zum Abschluss.
Was uns begrenzt, verworren oder unüberschaubar erscheint, hält der HERR mit sicherer Hand in perfekter Ordnung. Er findet Wege und Mittel, um die Pläne falscher Ratgeber zu durchkreuzen und die Absichten derer zu vereiteln, die Unheil schmieden (Hiob 5,12-13; vgl. auch Koransure 3,54; 8,30).
Menschen, die in Gottes Werk Verantwortung tragen, haben oft das Gefühl, schwere Lasten schultern zu müssen. Dabei dürften sie wissen: Jesus selbst trägt sie alle.
Viel zu leicht erlauben wir uns, von Sorge, innerem Druck und Verwirrung überwältigt zu werden – selbst im Dienst für den HERRN. Doch wir sind eingeladen, ihm zu vertrauen, an ihn zu glauben und mutig voranzugehen.
Die unermüdliche Wachsamkeit der himmlischen Boten, ihr unablässiger Dienst in enger Verbindung mit den Menschen auf der Erde, zeigt uns: Gottes Hand lenkt alles – wie ein Rad, das sich im anderen bewegt.
Der göttliche Lehrer spricht zu jedem, der an seinem Werk beteiligt ist, dieselben Worte, die er einst zu Kyrus sagte: »Ich habe dich gerüstet, obgleich du mich nicht kanntest.« (Jesaja 45,5)
Kein Mensch soll sich selbst den Erfolg seiner Arbeit zuschreiben. Klarheit im Denken, Weisheit im Planen und Kraft im Umsetzen – all das sind Gaben Gottes. Gott ist der eigentliche Handelnde; wir sind Werkzeuge in seiner Hand. Sein Geist wirkt durch alle, die sich seiner Führung anvertrauen. Auch wenn wir aufgerufen sind, jede Fähigkeit verantwortungsvoll einzusetzen, die uns gegeben wurde, gilt doch: Alles, was wir haben, haben wir empfangen. Ihm allein gebührt die Ehre.
Wachen, beten, glauben
Eine bedeutende Zukunft liegt vor uns. Ihren Herausforderungen und Versuchungen zu begegnen und die damit verbundenen Aufgaben zu erfüllen, erfordert großen Glauben, Ausdauer und innere Stärke. Doch wir dürfen siegreich vorangehen. Keine wachsame, betende und vertrauende Seele wird den Täuschungen des Feindes erliegen.
Der ganze Himmel ist an unserem Wohlergehen interessiert und wartet darauf, dass wir seine Weisheit und Kraft in Anspruch nehmen. Weder böse Menschen noch finstere Mächte können Gottes Werk aufhalten oder seine Gegenwart von seinem Volk fernhalten – wenn wir mit demütigem, aufrichtigem Herzen unsere Schuld bekennen, sie loslassen und im Glauben seine Zusagen ergreifen.
Jeder Widerstand, offen oder verborgen, kann überwunden werden – »nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist … spricht der HERR Zebaoth.« (Sacharja 4,6)
Wenn der HERR heute eine Gruppe von Mitarbeitenden hätte, die sich ihm ganz und gar anvertrauen, könnte er durch sie Großes bewirken. Einer könnte Tausend in die Flucht schlagen, zwei sogar Zehntausend (5. Mose 32,30). Gott ist heute ebenso bereit wie in früheren Zeiten, durch menschliche Werkzeuge zu wirken und Großes durch scheinbar Schwaches zu vollbringen.
Der Sieg kommt nicht durch Zahlen, sondern durch die vollständige Hingabe unseres Herzens an Jesus. Lasst uns in seiner Kraft vorangehen – im Vertrauen auf den starken Gott Israels.
Verbirg dich einen kleinen Augenblick
In der Zeit der Prüfung, die unmittelbar vor uns liegt, wird Gottes Zusage des Schutzes denen gelten, die am Wort seiner Geduld festgehalten haben. Wenn du den Zusagen Gottes vertraut und nach ihnen gelebt hast, dann wird Jesus für dich eine sichere Zuflucht im Sturm sein. Zu seinen Treuen wird er sagen:
»Komm, mein Volk, tritt ein in deinen Schutzraum, schließ die Tür hinter dir und verbirg dich einen kleinen Augenblick, bis das Gericht vorübergezogen ist.« (Jesaja 26,20)
Der Löwe aus dem Stamm Juda, dessen Zorn so schrecklich sein wird für alle, die seine Gnade zurückweisen, wird für alle, die ihn lieben und sich nicht von ihm lösen lassen, das Lamm Gottes sein.
Für Die Wolkensäule, die für den Übertreter von Gottes Weisungen Gericht bedeutet, wird für diejenigen, die ihm vertrauen, Licht, Barmherzigkeit und Rettung sein. Derselbe Arm, der das Unrecht richtet, ist stark genug, um die Treuen zu befreien. Keiner, der ihm gehört, wird verloren gehen.
»Und er wird seine Engel senden mit hellen Posaunen, und sie werden seine Auserwählten sammeln von den vier Winden, vom einen Ende des Himmels zum andern.« (Matthäus 24,31)
Herzensfragen an dich!
Bruder, Schwester, die Wahrheiten aus Gottes Wort wurden dir aufgeschlossen wurden. Jetzt stellen sich ernste Fragen: Welche Rolle wirst du in dieser entscheidenden Zeit spielen, in den letzten Kapiteln der Geschichte dieser Welt? Bist du innerlich wach? Spürst du den Ernst dieses Augenblicks? Erkennst du das große Werk der Vorbereitung, das zugleich im Himmel und auf der Erde geschieht?
Alle, die Licht empfangen haben – die Gelegenheit hatten zu hören, zu lesen und die prophetischen Worte zu verstehen –, sind aufgerufen, sich daran zu halten und danach zu leben. »Denn die Zeit ist nahe.« (Offenbarung 1,3) Jetzt ist nicht die Stunde, leichtfertig mit dem Bösen zu spielen oder in geistlicher Trägheit und Gleichgültigkeit zu verharren. Lass nicht zu, dass das Schicksal eurer Seele im Ungewissen bleibt.
Werde dir persönlich gewiss: Ich stehe ganz auf der Seite des HERRN.
Aus ehrlichem Herzen darf – ja soll – die Frage aufsteigen:
Wer wird bestehen können? Hast du die kostbare Zeit der Gnade, die dir geschenkt wurde, genutzt, um deinem Charakter das Beste mitzugeben? Hast du dein Herz reinigen lassen? Bist du dem Licht gefolgt, das dir gezeigt wurde? Entspricht dein Leben dem Glauben, den du bekennst?
Es ist möglich, äußerlich gläubig zu sein – und innerlich doch leer zu bleiben. Es ist möglich, einzelne biblische Gebote zu halten, als Christ zu gelten – und dennoch das Ziel zu verfehlen, weil Wesentliches fehlt, das einen christlichen Charakter ausmacht.
Das Gericht beginnt beim Haus Gottes. Wenn Warnungen ignoriert oder gleichgültig beiseitegeschoben werden, wenn Sünde bewusst festgehalten wird, dann entscheidet sich das Schicksal der Seele.
Wer gewogen wird und zu leicht befunden, verliert alles. Gnade, Frieden und Vergebung ziehen sich zurück. Jesus geht vorüber – und kehrt nicht mehr zurück, um auf Bitten und Flehen zu antworten.
Doch solange Barmherzigkeit noch wirkt, solange Jesus für uns eintritt, lasst uns gründlich und ehrlich für die Ewigkeit leben.
Jetzt ist die Zeit!
Geschrieben in der Heimat der Waldenser in Torre Pellice, Italien
Aus: Review and Herald, 11. Januar 1887
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