Kurs halten im Chaos: Warum Gottes Gesetz heute aktueller ist denn je

Zwei Tafeln als Symbol für Gottes Gesetz, darüber die Krone „Liebe“. „IV Treue“ leuchtet golden; davor steht ein Kompass.
Bild erstellt mit KI (ChatGPT)

In einer unverbindlichen Welt voller Ablenkungen verlieren wir leicht die Orientierung. Gott bietet uns ein Fundament, das allen Stürmen standhält und uns wirklich verändert. Von Ellen White

Lesezeit: 7 Minuten

Gottes Gesetz ist der einzige Maßstab, an dem sich unser Charakter wirklich messen lässt. Jesus hat uns vorgelebt, was es bedeutet, im Einklang mit diesem Gesetz zu leben. Durch sein Verhalten, seine Worte und sein ganzes Wesen wurde er zum perfekten Vorbild für uns Menschen.

Wir können uns nicht einfach selbst aussuchen, was richtig und falsch ist. Uns fehlt der Blick für Gottes vollkommene Reinheit. Ohne seine Hilfe können wir den Wert seiner heiligen Leitlinien gar nicht richtig erfassen. Solange jemand nicht versteht, wie verbindlich Gottes Gesetz eigentlich ist, macht er sich auch keine Gedanken über seine eigenen Fehler und Schwächen. Er wiegt sich in falscher Sicherheit und bleibt völlig ruhig, weil er sich an den falschen Maßstäben misst.

Einfach nur glauben?

Viele Menschen rufen heute: „Du musst einfach nur glauben! Alles ist gut, Hauptsache Friede!“ Doch damit beruhigen sie das Gewissen der Menschen nur scheinbar, statt sie von ihrem falschen Kurs abzubringen. Sie verstehen Gottes Leitlinien nur oberflächlich. In diesem Zustand behaupten manche sogar, alles richtig zu machen. Doch diese vermeintliche Fehlerlosigkeit entspringt reiner Unwissenheit – sie haben schlichtweg nicht begriffen, was Gottes Gesetz wirklich fordert.

Das gute Gefühl, das aus dieser Selbstzufriedenheit entsteht, ist ein falscher Friede. Sobald diese Menschen mit der echten Wahrheit konfrontiert werden, ist es mit ihrer Ruhe schlagartig vorbei. Dann zeigt sich, dass ihr Friede nicht von Jesus kam.

Sein Feind rebellierte schon im Himmel gegen Gottes Gesetz. Seitdem arbeitet er als geschickter und erfahrener Stratege mit immer neuen Täuschungen daran, dieses Gesetz außer Kraft zu setzen. Er will das einzige verlässliche Mittel wirkungslos machen, das uns unsere Fehler vor Augen führt: Gottes himmlische Rechtsnorm.

Die meisten Menschen leben heute gedankenlos und unverantwortlich in den Tag hinein, ohne sich ernsthaft mit Fragen von ewiger Bedeutung zu beschäftigen. Ein Hauptgrund für diese Gleichgültigkeit in unserer Gesellschaft ist, dass selbst die christliche Welt Gottes Gesetz für ungültig erklärt hat. Viele halten sich bereits für erhaben und wollen von verbindlichen Regeln nichts hören. Sie blenden ganz bewusst aus, wer Gott ist, was sein Gesetz fordert, was echte Religion bedeutet und wie fehlerhaft ihr eigener Charakter eigentlich ist.
Würde ihnen das Licht der Wahrheit aufgehen, das Jesus verkörpert hat, müssten sie erschrocken ausrufen: »Ich bin unrein!«. Wenn sie ehrlich mit sich selbst wären, würde es ihnen leidtun, dass sie Gottes Gesetz verletzt haben. Denn erst durch das Gesetz erkennen wir, was Sünde überhaupt ist (Römer 3,20). Sie würden beginnen, Jesus Christus zu vertrauen, dessen Blut als einziges von aller Schuld reinigt. Erst dann würden sie Jesu Frieden erleben – einen tiefen, ausgewogenen Frieden, der alles menschliche Denken übersteigt (Philipper 4,7).

Die falsche Checkliste

Viele Menschen glauben scheinbar, dass es reicht, äußerliche religiöse Formen und Bräuche genau einzuhalten, um gerettet zu werden. Doch reiner Formalismus schenkt uns nicht den tiefen Frieden Gottes. Den kann uns nur Jesus allein geben. Er verspricht uns: »Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.« (Johannes 14,27). Wer diesen Frieden im Herzen trägt, den wird die Wahrheit nicht beunruhigen, denn er ist mit ihrem Geist bereits in Einklang.

Wer selbstgerecht behauptet, gerettet zu sein, ist selten ein Muster der Frömmigkeit. Oft gilt: Wer am meisten von seiner moralischen Überlegenheit hält, ist am weitesten von Gottes Maßstäben entfernt. Das ist eine gefährliche Selbsttäuschung. Man stellt eigene Regeln auf, bewertet er den eigenen Charakter danach und klopft sich selbst für die eigenen Ideen und Leistungen auf die Schulter. Man verlässt sich völlig auf seine Gefühle, anstatt den Glauben auf Gottes Wort zu gründen.

Daraus entsteht eine verzerrte Religion. Solche Menschen reden zwar von Gottes Liebe, behaupten aber gleichzeitig, er nehme es nicht so genau und drücke schon ein Auge zu. Damit wiederholen sie im Grunde nur die alte Lüge der Schlange aus dem Paradies: »Hat Gott wirklich gesagt: Von allen Bäumen des Gartens dürft ihr nicht essen? […] Keineswegs werdet ihr sterben! Sondern Gott weiß, dass an dem Tag, da ihr davon esst, eure Augen aufgetan werden und ihr sein werdet wie Gott, erkennend Gutes und Böses.« (1. Mose 3,1-5 ELB)

Damals wie heute lautet das Argument: Gott warnt uns nur zum Schein, man muss sich keine Sorgen machen, er nimmt es nicht so genau. Geht es um die Leitlinien seines Gesetzes, flüchten sich die Menschen in Ausreden, warum sie die Gebote weiter missachten dürfen, und reden sich ein, dass ihr Verhalten keine Konsequenzen hat.

Gott hat den Ausweg längst geplant

Aber denken wir doch einmal ganz nüchtern darüber nach: Wird Gott sein heiliges Gesetz nach unseren Wünschen ändern? Wird er Unrecht gutheißen und Rechtsbruch einfach durchwinken? Wenn Gott so wankelmütig wäre, könnten wir ihn weder respektieren noch ernst nehmen. Jede Übertretung seines Gesetzes hat Konsequenzen. Gott wacht über die Ehre seines Gesetzes, denn es ist das Fundament seiner Herrschaft im Himmel und auf der Erde – und es gilt für immer. Der Prophet Hesekiel sagt ganz klar: »Die Seele, die sündigt, wird sterben!« (Hesekiel 18,20) Sünde bedeutet schlicht, Gottes Gesetz zu brechen.

Gleichzeitig gibt es aber einen großen Trost für jeden, dem seine Sünden leidtun: »Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.« (1. Johannes 1,9)

»Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.« (1. Johannes 1,8 ELB)

Gott wird sein Gesetz nicht ändern oder aufweichen, um uns zu retten. Aber er tut etwas viel Größeres: Er schenkt uns seinen eigenen Sohn, damit wir eine zweite Chance bekommen. Deshalb wurde Jesus Mensch – was für eine enorme Wertschätzung für uns! Er erlebte dieselben Gefühle und Versuchungen wie wir, blieb aber völlig ohne Sünde. Er wurde für uns zur Sünde gemacht, obwohl er keine Sünde kannte, damit wir in ihm zu Gottes Gerechtigkeit gemacht würden. Er gab sich selbst für uns, »um uns von aller Gesetzlosigkeit zu erlösen und für sich selbst ein Volk zum besonderen Eigentum zu reinigen, das eifrig ist, gute Werke zu tun« (Titus 2,14).

Tiefenreinigung

Machen wir uns bewusst, was unserem Herrn von allen zusteht, die sich seine Jünger nennen, statt uns selbst etwas in die Tasche zu lügen! Die Wahrheit will unser Wesen reinigen und veredeln. Sie will uns heiligen. Nur wenn wir unser Leben von ihr umgestalten lassen, werden wir den Titel tragen: Gottes »Volk zum besonderen Eigentum«.

Wir leben in einer Zeit voller Ablenkungen und Versuchungen. Wenn wir uns von schlechten Einflüssen fernhalten, werden andere uns vielleicht als „seltsam“, „altmodisch“ oder „eigenartig“ bezeichnen. Doch genau das ist Gottes Ziel: Er wünscht sich Menschen, die sich spürbar verändern lassen und Gutes tun.

Wer behauptet, an die Wahrheit zu glauben, im Alltag aber genau wie die Welt handelt, eigennützig Geschäfte macht und Gottes Wort missachtet, schadet der Gemeinschaft. Ein solches Doppelleben ist reine Heuchelei. Alles, was wir tun, sollte so klar und transparent sein wie das Sonnenlicht. Denn nur weil ein Unrecht unentdeckt bleibt, wird es noch lange nicht ehrlich oder richtig.

Versuchungen umgeben uns von allen Seiten. Unsere einzige Sicherheit liegt darin, wirklich zu dem besonderen Volk zu werden, von dem Gott alles Unrecht abwäscht und das er für sich selbst erlöst. Dann sind wir bereit für sein ewiges Reich.

Ellen White, »A Peculiar People«, in: Review and Herald, 18. November 1890

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