Die Adventbewegung in der Bibel: Prophetische Grundlagen und unser Auftrag

Illustration der Frau aus Offenbarung 12 vor einer strahlenden Sonne, auf einer Mondsichel und mit einem Kranz aus zwölf Sternen.
Bild erstellt mit KI (ChatGPT)

Wie entstand die Adventbewegung? Können wir ihre Geschichte und ihren Auftrag biblisch begründen? Und lässt sich die Adventbewegung in der Bibel, besonders im prophetischen Wort, erkennen?
Predigtmitschnitt von Waldemar Laufersweiler

PODCAST

KI-generierte Stimme (ElevenLabs)

Diese Fragen führen uns zu Grundlagen unseres Glaubens. Dabei geht es nicht darum, etwas völlig Neues zu entdecken. Vielmehr ist es gut, Bekanntes aufzufrischen und neu zu durchdenken. Wir wollen verstehen, warum wir Siebenten-Tags-Adventisten sind, worauf unser Glaube beruht und was das für unser Leben bedeutet.

Eine einzelne Predigt kann nicht alle Einzelheiten der biblischen Prophetie behandeln. Doch wir können ihren roten Faden verfolgen. Dazu betrachten wir drei Abschnitte: Offenbarung 12, Offenbarung 10 und 11 sowie Maleachi 3.

Offenbarung 12: Die Frau als Bild für Gottes Volk

Am Anfang von Offenbarung 12 sieht Johannes ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet. Unter ihren Füßen befindet sich der Mond, und auf ihrem Haupt trägt sie einen Kranz von zwölf Sternen. Sie ist schwanger und leidet unter den Schmerzen der bevorstehenden Geburt.

Die Frau steht in dieser Auslegung für das Volk Gottes, für seine Gemeinde. Dieses Bild begegnet uns auch an anderen Stellen der Bibel, etwa in Jesaja 54,5–6.

Der Kranz auf ihrem Haupt erinnert an Würde und Sieg. Könige tragen Kronen, und Sieger erhielten bei Wettkämpfen einen Siegeskranz. Wer von Gott berufen ist, darf mit erhobenem Haupt leben. Seine Würde gründet darin, dass er zu Gott gehört.

Die zwölf Sterne weisen auf die zwölf Stämme Israels im Alten Testament und auf die zwölf Apostel im Neuen Testament hin. Sie verbinden die Geschichte des alttestamentlichen Gottesvolkes mit der christlichen Gemeinde, die durch den Dienst der Apostel aufgebaut wurde.

ie Symbole der Frau aus Offenbarung 12 und ihre adventistische Auslegung.

Sonne und Mond: Gottes Licht und das prophetische Wort

Die Frau ist mit der Sonne bekleidet. Die Sonne versinnbildlicht Gottes Licht, seine Wahrheit und die Gerechtigkeit Christi.

Besonders nachdenkenswert ist jedoch der Mond unter ihren Füßen. Der Mond besitzt kein eigenes Licht. Er reflektiert das Licht der Sonne und gibt uns Orientierung in der Dunkelheit.

Ein ähnliches Bild finden wir in 2. Petrus 1,19. Dort wird das prophetische Wort mit einem Licht verglichen, das an einem dunklen Ort scheint. Es gibt Orientierung, solange es um uns herum dunkel ist.

So lässt sich der Mond als Hinweis auf das prophetische Wort verstehen. Gottes Volk wurde zu allen Zeiten von Gottes Verheißungen und seinem prophetischen Wort getragen.

Das gilt auch für die Adventbewegung. Sie entstand durch das Studium der Prophetie. Bildlich gesprochen verdankt sie ihre Entstehung dem Licht des Mondes. Wir sind eine prophetische Bewegung und stehen auch heute noch auf diesem Fundament.

Der Drache und das Kind: Der große Kampf

In Offenbarung 12,3–4 erscheint ein weiteres Zeichen: ein großer, feuerroter Drache mit sieben Köpfen, zehn Hörnern und sieben Diademen. Sein Schwanz zieht den dritten Teil der Sterne des Himmels mit sich und wirft sie auf die Erde.

Der Drache stellt sich vor die gebärende Frau, um ihr Kind unmittelbar nach der Geburt zu verschlingen.

Wer dieser Drache ist, erklärt das Kapitel später ausdrücklich: Es ist die alte Schlange, der Teufel und Satan, der den ganzen Erdkreis verführt.

Die Frau darf hier nicht allein auf Maria beschränkt werden. Sie steht für das Volk Gottes, das seinen verheißenen Messias erwartet. Das Kind, das sie zur Welt bringt, ist Jesus Christus. Von ihm heißt es in Vers 5, dass er alle Nationen mit eisernem Stab hüten soll und zu Gott und seinem Thron entrückt wird.

Damit führt uns das Kapitel mitten hinein in den großen Kampf, in dem Gottes Volk seit jeher steht.

Jesus Christus ist der Sieger

Offenbarung 12,7–10 beschreibt den Kampf im Himmel. Michael und seine Engel kämpfen gegen den Drachen und dessen Engel. Der Drache gewinnt nicht die Oberhand. Für ihn und seine Engel wird kein Platz mehr im Himmel gefunden; sie werden auf die Erde geworfen.

Daraufhin verkündet eine laute Stimme im Himmel das Heil, die Kraft und das Reich Gottes sowie die Macht seines Christus. Der Verkläger der Gläubigen, der sie Tag und Nacht vor Gott anklagte, ist hinabgeworfen worden.

Die entscheidende Botschaft lautet: Jesus ist Sieger. Der große kosmische Kampf ist durch ihn bereits entschieden.

Für die Erde bedeutet das jedoch weiterhin Auseinandersetzung. Während der Himmel zur Freude aufgerufen wird, gilt der Erde und dem Meer eine Warnung: Der Teufel ist mit großer Wut zu ihnen hinabgekommen, weil er weiß, dass ihm nur wenig Zeit bleibt.

Mitten in dieser Beschreibung steht eine Verheißung, die wir festhalten wollen:

„Und sie haben ihn überwunden wegen des Blutes des Lammes und wegen des Wortes ihres Zeugnisses, und sie haben ihr Leben nicht geliebt bis zum Tod.“

Offenbarung 12,11

Darauf kommen wir am Ende zurück. Denn es geht nicht allein darum, prophetische Zusammenhänge zu erkennen. Es geht darum, selbst durch das Blut Jesu zu überwinden.

Die Frau in der Wüste: Verfolgung und Gottes Bewahrung

Nachdem das Kind zu Gott entrückt worden ist, flieht die Frau in die Wüste. Dort hat Gott ihr einen Ort bereitet, an dem sie 1260 Tage lang ernährt wird.

Später beschreibt das Kapitel denselben Zusammenhang mit einem weiteren Bild: Die Frau erhält die beiden Flügel des großen Adlers, damit sie an ihren Ort in der Wüste fliegen kann. Dort wird sie „eine Zeit und Zeiten und eine halbe Zeit“ ernährt.

Die Wüste steht für eine schwere Erfahrung. Sie erinnert an Öde, Dürre und Entbehrung. Gottes Gemeinde erlebt Verfolgung und muss fliehen. Es geht ihr in dieser Zeit nicht gut. Dennoch ist sie nicht verlassen: Gott hat ihr einen Ort bereitet und sorgt für sie.

Der Drache verfolgt die Frau weiter. Aus seinem Mund lässt er Wasser wie einen Strom hinter ihr herschießen, um sie fortzureißen.

Wasser wird in der prophetischen Bildsprache als Symbol für Völker und Menschenmengen verstanden. Hier zeigt sich das Bild einer Verfolgung, bei der Menschen gegen Gottes Gemeinde aufgebracht werden, um sie zu vernichten.

Doch Offenbarung 12,16 berichtet von Hilfe:

„Und die Erde half der Frau, und die Erde öffnete ihren Mund und verschlang den Strom, den der Drache aus seinem Mund warf.“

Die Verfolgung muss dadurch nicht überall sofort aufgehört haben. Aber die Verfolgten erhalten einen Zufluchtsort, an dem sie dem unmittelbaren Zugriff ihrer Verfolger entkommen können.

Dieses Bild weist auf Nordamerika hin. Viele verfolgte Christen fanden dort Zuflucht. Nicht die gesamte Christenheit zog dorthin, doch für viele wurde Nordamerika zu einem wichtigen Ort der Freiheit und zu einem Ausgangspunkt weiterer Entwicklungen.

Mit diesem Gedanken lesen wir den nächsten Vers.

Die Übrigen: Gottes Gebote und das Zeugnis Jesu

Offenbarung 12,17 beschreibt, wie der Drache zornig über die Frau wird und Krieg gegen die Übrigen ihrer Nachkommenschaft führt.

Die Frau hat Nachkommen: Auf frühere Generationen folgen weitere Generationen von Gläubigen. Der Text richtet unseren Blick jedoch besonders auf die Übrigen dieser Nachkommenschaft. Ihnen gilt der Angriff des Drachen.

Auffällig ist, dass hier nicht unterschiedslos die gesamte Nachkommenschaft im Mittelpunkt steht. Der Blick fällt auf eine kleinere Gruppe innerhalb der nachfolgenden Generationen. Auch andere verstehen sich weiterhin als Teil der Gemeinde Gottes. Doch die Übrigen werden durch zwei besondere Merkmale beschrieben:

Sie halten die Gebote Gottes und haben das Zeugnis Jesu.

Diese beiden Kennzeichen gehören zusammen. Es geht um Menschen, die an allen Geboten Gottes festhalten und zugleich das Zeugnis Jesu besitzen.

Was bedeutet das Zeugnis Jesu?

Offenbarung 19,10 erklärt:

„Das Zeugnis Jesu ist der Geist der Weissagung.“

Der Geist der Weissagung ist eine Gabe Gottes. Durch sie besteht eine unmittelbare Verbindung zwischen Himmel und Erde: Gott offenbart sich einem Menschen, und dieser gibt die empfangene Botschaft weiter.

Das kann eine einzelne Person betreffen oder mehrere Menschen. In Joel 3 wird beschrieben, dass Gott seinen Geist ausgießt: Söhne und Töchter weissagen, alte Menschen haben Träume, und junge Menschen sehen Gesichte. Gott kann Menschen verschiedener Generationen ansprechen und durch sie reden.

Wenn wir diese Merkmale ernst nehmen, dürfen wir aufrichtig fragen: Wo finden wir Menschen, die an allen Geboten Gottes festhalten und bei denen sich zugleich diese prophetische Gabe zeigt?

Aus adventistischer Sicht führt uns diese Frage zu unserem eigenen Ursprung und Auftrag. Doch Offenbarung 12 ist nicht die einzige Stelle, an der wir Hinweise auf die Adventbewegung erkennen können.

Offenbarung 10: Das offene Buch und die Adventbewegung

In Offenbarung 10 begegnet Johannes einem Engel, der ein geöffnetes Büchlein in der Hand hält.

Dass dieses Buch offen ist, ist bemerkenswert. Ein geöffnetes Buch kann darauf hinweisen, dass etwas zugänglich und verständlich wird. Was zuvor verschlossen oder versiegelt war, kann nun erkannt werden.

Wir denken dabei besonders an das prophetische Wort und an die Zeitabschnitte im Buch Daniel. Zusammenhänge, die lange nicht verstanden wurden, erschließen sich durch das Studium der Schrift.

Johannes wird aufgefordert, das Büchlein aus der Hand des Engels zu nehmen und zu essen. Dabei erhält er eine ungewöhnliche Ankündigung: In seinem Mund werde es süß wie Honig sein, in seinem Bauch jedoch bitter werden.

Genau das geschieht. Johannes nimmt das Büchlein und isst es. Zunächst schmeckt es süß, anschließend verursacht es Bitterkeit.

Die süße Botschaft von Jesu Wiederkunft

Als die Pioniere der Adventbewegung die prophetischen Zeitabschnitte, besonders im Buch Daniel, studierten, waren sie begeistert. Sie waren überzeugt, dass Jesus bald kommen würde. Endlich sollte das Leid auf dieser Erde ein Ende haben.

Diese Hoffnung erfüllte sie mit Freude. Sie veranstalteten große Versammlungen und Zeltlager, sogenannte Camp Meetings. Tausende Menschen kamen, um die Botschaft zu hören.

Die Verkündiger waren von der Liebe Jesu und der Liebe Gottes erfüllt und gaben diese Liebe weiter. Der Zulauf war groß. Die Botschaft war ihnen süß wie Honig.

Doch das Bild aus Offenbarung 10 endet nicht mit der Süße. Der Engel hatte angekündigt, dass das gegessene Büchlein im Bauch bitter werden würde.

So erlebten auch die frühen Adventgläubigen eine tiefe Enttäuschung. Das erwartete Ereignis trat nicht so ein, wie sie es verstanden hatten.

Die Bewegung war grundsätzlich richtig ausgerichtet. Doch das angekündigte Ereignis musste anders verstanden werden. Diese Erfahrung verursachte große Bitterkeit.

Was zuvor süß gewesen war, wurde schmerzhaft – es wurde bitter.

Freude, Enttäuschung von 1844 und erneuter Verkündigungsauftrag in Offenbarung 10.

Nach der Enttäuschung geht der Auftrag weiter

Die Enttäuschung bedeutet jedoch nicht das Ende. In Offenbarung 10,11 erhält Johannes einen weiteren Auftrag:

„Du musst wieder weissagen über Völker und Nationen und Sprachen und viele Könige.“

Darin liegt eine Ermutigung: Steht wieder auf. Verkündigt weiter. Euer Dienst ist noch nicht zu Ende.

Die bittere Erfahrung hebt den Auftrag nicht auf. Vielmehr sollen die Gläubigen nach der Enttäuschung weitergehen und die Botschaft erneut zu den Menschen bringen.

Offenbarung 11: Der Tempel Gottes wird gemessen

Unmittelbar danach lesen wir in Offenbarung 11,1:

„Und es wurde mir ein Rohr, gleich einem Stab, gegeben und gesagt: Steh auf und miss den Tempel Gottes und den Altar und die, welche darin anbeten.“

Damit richtet sich der Blick auf den Tempel Gottes, auf den Altar und auf die Anbetenden.

Wohin wenden wir uns als Siebenten-Tags-Adventisten im Glauben? Wo sehen wir Jesus in seinem gegenwärtigen Dienst?

Nach adventistischem Verständnis dient Jesus im Allerheiligsten des himmlischen Heiligtums. Auf ihn richtet sich unser Glaube.

Das Messen des Tempels und der darin Anbetenden wird mit dem Untersuchungsgericht verbunden. Es erinnert an die geöffneten Bücher und an Gottes prüfendes Gericht.

So ergibt sich ein Zusammenhang zwischen Offenbarung 10 und 11: Auf die freudige Erwartung folgt eine bittere Enttäuschung. Danach ergeht ein erneuter Verkündigungsauftrag, und der Blick wird auf den Tempel Gottes und die darin Anbetenden gelenkt.

Können wir darin die Erfahrung der Adventbewegung und die Botschaft vom Untersuchungsgericht erkennen? Aus dem hier vertretenen adventistischen Verständnis ergibt sich genau diese Verbindung.

Heiligtum, Prüfung und Reinigung in Offenbarung 11 und Maleachi 3, dargestellt mit der Stiftshütte.

Maleachi 3: Der Herr kommt zu seinem Tempel

Ein dritter Abschnitt führt uns zu Maleachi 3. Dort heißt es in Vers 1:

„Siehe, ich sende meinen Boten, damit er den Weg vor mir her bereite.“

Der Abschnitt wird auch auf die Endzeit bezogen. Bevor der Herr kommt, sendet er einen Boten, der ihm den Weg bereitet.

Dabei denken wir zunächst an Johannes den Täufer und seine Jünger. Sie bereiteten die Menschen auf Jesus vor, obwohl auch sie noch die Erwartung teilten, der Messias werde das römische Joch brechen. Ihr begrenztes Verständnis hob ihren Auftrag als Wegbereiter nicht auf.

Ähnlich verkündeten William Miller und die Prediger der frühen Adventbewegung das bevorstehende Kommen Jesu. Sie sehnten sich nach ihm und nach der Versöhnung mit Gott. Voller Freude kündigten sie seine Wiederkunft an und erwarteten, dass er die Welt endgültig vom Joch Satans befreien würde.

Doch die Ankündigung in Maleachi 3,1 lenkt unseren Blick auf ein anderes Geschehen:

„Und plötzlich kommt zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Engel des Bundes, den ihr herbeiwünscht.“

Der ersehnte Herr kommt plötzlich zu seinem Tempel. Das Wort „plötzlich“ unterstreicht hier den überraschenden Charakter seines Kommens: Die Gläubigen erwarteten ein bestimmtes Ereignis, doch sein Kommen vollzog sich anders, als sie es verstanden hatten.

Nach adventistischem Verständnis kehrte Jesus damals nicht zur Erde zurück, sondern trat in das Allerheiligste des himmlischen Heiligtums ein. Dort begann sein abschließender Dienst zur Reinigung des Heiligtums von Sünde. Mit diesem Dienst ist zugleich die Reinigung der Herzen der Gläubigen und seiner Gemeinde auf Erden verbunden, um sie auf seine Wiederkunft vorzubereiten.

So erfüllte die frühe Adventbewegung trotz ihres Missverständnisses über das erwartete Ereignis einen Auftrag als Wegbereiter. Wie bei Johannes dem Täufer war ihr Verständnis noch unvollständig, doch ihre Verkündigung rief Menschen dazu auf, sich auf die Begegnung mit Jesus vorzubereiten.

Der Engel des Bundes wird auf Jesus bezogen. Er ist der Herr, den die Gläubigen suchten und herbeiwünschten. Ihre Sehnsucht galt dem Richtigen; die Bedeutung seines Kommens mussten sie jedoch tiefer verstehen lernen. Maleachis Worte weisen auf das unerwartete Geschehen hin: Der ersehnte Herr kam zu seinem Tempel.

Reinigung wie Gold und Silber

Maleachi fragt weiter, wer den Tag seines Kommens ertragen und bei seinem Erscheinen bestehen kann. Dann beschreibt er den Herrn mit zwei Bildern: dem Feuer eines Schmelzers und dem Laugensalz der Wäscher.

Der Herr sitzt als Schmelzer und Reiniger des Silbers. Er reinigt die Söhne Levis und läutert sie wie Gold und Silber.

Hier begegnet uns erneut der Gedanke der Prüfung und Reinigung. Dieser Läuterungsprozess steht in Verbindung mit dem Untersuchungsgericht. Es geht darum, Sünde loszulassen und sich von Gott reinigen zu lassen.

Nach meinem Verständnis und dem vieler anderer weisen diese drei Abschnitte auf die Adventbewegung hin: Offenbarung 12, Offenbarung 10 und 11 sowie Maleachi 3.

Sie helfen uns, unsere Geschichte, unsere Botschaft und unseren Auftrag im Licht der Bibel zu verstehen.

Der Geist der Weissagung im großen Kampf

Kehren wir noch einmal zu Offenbarung 12 zurück. Der Drache kämpft gegen die Übrigen der Nachkommenschaft der Frau. Diese Menschen zeichnen sich dadurch aus, dass sie Gottes Gebote halten und das Zeugnis Jesu haben, den Geist der Weissagung.

Wir stehen also weiterhin in einem großen Kampf.

Ellen White warnt in Selected Messages, Book 1, S. 48 davor, dass eine letzte Täuschung Satans darin bestehen werde, das Zeugnis des Geistes Gottes unwirksam zu machen. Auf raffinierte und unterschiedliche Weise werde er versuchen, das Vertrauen der Übrigen in das wahre Zeugnis zu erschüttern.

Was bedeutet es, dieses Zeugnis unwirksam zu machen?

Eine Botschaft kann vorhanden sein und dennoch keinen Einfluss mehr auf unser Leben haben. Sie wird vielleicht weiterhin ausgesprochen oder gedruckt, aber kaum noch zu Herzen genommen.

Dabei gibt es nicht nur einen Weg, auf dem Vertrauen verloren gehen kann. Unterschiedliche Menschen sind an unterschiedlichen Stellen ansprechbar.

Sinngemäße Aussage Ellen Whites über das Bewahren des Vertrauens in das Zeugnis des Geistes Gottes.

Wenn Zweifel weitergegeben werden

Ein Weg kann darin bestehen, dass Menschen beim Suchen nach Wahrheit auf Aussagen stoßen, die sie nicht verstehen. Ihre Suche mag aufrichtig sein. Dennoch können unverstandene Zusammenhänge Zweifel auslösen.

Diese Zweifel werden weitergegeben und finden bei anderen offene Ohren und Herzen. Auf diese Weise kann das Vertrauen in das Zeugnis erschüttert werden.

Die Frage ist deshalb, wie wir mit dem umgehen, was wir noch nicht verstehen, und ob wir bereit bleiben, nach Gottes Willen zu fragen.

Wenn wir das Zeugnis besitzen, aber nicht beachten

Ein anderer Weg ist unscheinbarer. Wir sagen vielleicht: Wir haben das Zeugnis Jesu und den Geist der Weissagung. Aber wir lesen die entsprechenden Schriften nicht.

Oder wir lesen nur die einfachen und angenehmen Aussagen. Dort jedoch, wo es um Veränderungen in unserem eigenen Leben geht, blenden wir die Botschaft aus.

Auch dadurch wird sie unwirksam. Wir können uns zu einer Gabe Gottes bekennen und ihr zugleich wenig Raum geben, unser Denken und Handeln zu prägen.

Gott möchte, dass wir feststehen. Er möchte, dass wir an den Merkmalen der Übrigen festhalten und uns nicht erschüttern lassen.

Das kleinere Licht führt zum größeren Licht

Ellen White schreibt zugleich, dass dem Wort Gottes wenig Beachtung geschenkt werde. Deshalb habe der Herr ein kleineres Licht gegeben, um Männer und Frauen zum größeren Licht zu führen.

Das größere Licht ist die Bibel, das Wort Gottes selbst.

Daraus folgt ein entscheidender Grundsatz: Das kleinere Licht muss immer am größeren Licht geprüft werden. Es muss anhand der Bibel überprüfbar sein.

Der Geist der Weissagung soll uns zum Wort Gottes führen. Deshalb gehören Vertrauen und Prüfung zusammen. Die Bibel bleibt der Maßstab.

Ellen Whites Aussage zum kleineren und größeren Licht, illustriert mit einer Bibel und einer Öllampe.

Gottes Willen erkennen und tun

Worum geht es letztlich in diesem Kampf? Warum soll das Vertrauen in Gottes Zeugnis erschüttert werden?

Das Ziel Satans ist, Menschen von der Rettung abzuhalten. Deshalb betrifft dieser Kampf unser praktisches Glaubensleben.

Jesus sagt in Matthäus 7,21, dass nicht alle, die ihn mit „Herr, Herr“ ansprechen, in das Himmelreich eingehen werden, sondern diejenigen, die den Willen seines Vaters im Himmel tun.

Die Bibel und, nach adventistischem Verständnis, auch der Geist der Weissagung zeigen uns diesen Willen. Sie machen deutlich, was Gott möchte und was seinem Willen widerspricht.

Wenn wir das Vertrauen in diese Botschaften verlieren, sie nicht mehr lesen und nicht mehr verinnerlichen, geraten wir in Gefahr, Gottes Willen aus dem Blick zu verlieren und nicht mehr danach zu handeln.

Darum ist diese Frage so persönlich: Lassen wir uns von Gottes Wort ansprechen und verändern?

Bibelworte aus Matthäus 7,21 und Johannes 7,17 über das Tun von Gottes Willen neben einem Weg im Morgenlicht.

Eine Verheißung für Menschen mit offenen Fragen

Vielleicht bleiben dennoch Unsicherheiten. Wie passen bestimmte Aussagen zusammen? Wie gehen wir mit scheinbaren Widersprüchen um? Woran erkennen wir, ob eine Lehre von Gott kommt?

Dazu gibt Jesus uns in Johannes 7,17 eine wunderbare Verheißung: Wer Gottes Willen tun will, wird erkennen, ob die Lehre von Gott ist.

Diese Zusage dürfen wir verinnerlichen. Sie verbindet Erkenntnis mit der Bereitschaft, Gottes Willen zu tun.

Warum nehmen manche Menschen Gottes Offenbarung an und andere nicht? Ein Grund kann darin liegen, was sie annehmen wollen. Eigene Wünsche, Vorlieben und Abneigungen beeinflussen unsere Entscheidungen. Wir möchten vielleicht dieses behalten und jenes vermeiden.

Gott beseitigt nicht jede Unklarheit in seinem Wort und räumt nicht jede Möglichkeit zum Zweifel aus. Er gibt uns genügend Gründe, ihm zu vertrauen, lässt aber auch Fragen offen. Gerade darin wird unsere Bereitschaft geprüft: Wollen wir seinen Willen wirklich tun, auch wenn wir noch nicht alles verstehen? Doch wer bereit ist, Gottes Willen zu tun, darf auf seine Führung vertrauen.

Möge er uns diese Bereitschaft schenken: ein Herz, das seinen Willen erkennen und tun möchte.

Überwinden durch das Blut des Lammes

Zum Schluss kehren wir zu Offenbarung 12,11 zurück:

„Sie haben ihn überwunden wegen des Blutes des Lammes.“

Auch wir wollen durch das Blut des Lammes überwinden. Doch diese Worte sollen kein bloßer Glaubensausdruck bleiben. Was bedeuten sie praktisch?

Das Blut des Lammes erlöst. Jesus bezahlt unsere Schuld. Aber seine Erlösung reicht noch weiter: Sein Blut reinigt uns auch.

Er vergibt uns und schenkt uns die Kraft zum Überwinden. Durch ihn können wir den Willen des Vaters tun, wenn wir dazu bereit sind.

So führt uns die Beschäftigung mit der Adventbewegung in der Bibel zurück zu Jesus Christus. Er ist der Sieger im großen Kampf. Er trägt seine Gemeinde, vergibt ihre Schuld und reinigt sie.

Ein weißes Lamm im Morgenlicht illustriert Offenbarung 12,11: Überwinden durch Jesus.

Möge Gott uns eine neue Erfahrung mit ihm schenken. Mögen wir besser verstehen, warum wir Siebenten-Tags-Adventisten sind, und unseren Glauben biblisch begründen können.

Mögen wir diese Grundlagen verinnerlichen, im Alltag danach leben und dadurch anderen Menschen zum Segen werden.


Alle Bilder wurden mit Hilfe von KI (ChatGPT) erstellet.

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