Von der Weisheit indirekter Erziehungsmethoden: Wenn Kinder lügen

Von der Weisheit indirekter Erziehungsmethoden: Wenn Kinder lügen
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Umlenken statt konfrontieren. Von Ella Eaton Kellogg

Ein bekannter Autor sagt: »Viele Kinder werden zur Unehrlichkeit erzogen, weil es den Eltern an Einsicht fehlt. Wenn das Kind einen Fehler begangen hat, verlangt man meistens von ihm zu sagen: ›Es tut mir leid!‹ Oder: ›Ich werde es nie wieder tun.‹ Nun sind wir uns sehr wohl bewusst, dass ein Kind, das bestraft wird, oft das Vergehen selbst gar nicht bedauert, sondern innerlich stark gegen den rebelliert, der es bestraft. Wird es durch Schmerz gezwungen, sich zu fügen, opfert es lieber die Wahrheit, um weiterem Leid zu entgehen.«

Eltern lehren das Kind auch manchmal Unehrlichkeit, indem sie es bestrafen, wenn es eine Tat zugibt, die sie als Vergehen betrachten. Vielleicht entdeckt man, dass von den Kuchenstücken, die für den erwarteten Gast zur Seite gestellt wurden, ein beträchtlicher Teil verschwunden ist. Das Kind wird gerufen und gefragt, ob es sich selbst an dem Leckerbissen bedient hat. Fragt man es zum ersten Mal und war noch kein Verbot ausgesprochen, gibt es bestimmt zu, dass es der Versuchung nachgegeben und von dem Kuchen genommen hat. Wenn es nun für das Vergehen bestraft wird, wird es beim nächsten Mal wahrscheinlich die Unwahrheit sagen, um ähnliche Konsequenzen zu vermeiden.

Viele ältere Kinder sagen die Unwahrheit aus Geltungsbedürfnis. Sie wollen genauso gut oder besser angesehen werden als ihre Freunde oder wollen für gewisse Eigenschaften oder Fertigkeiten bewundert werden. Am besten verhindert man diese und andere Äußerungen egozentrischen Geltungsdrangs, indem man die Aufmerksamkeit des Kindes von sich selbst ablenkt und es zur Freude am Dienen führt. Gebt ihm etwas für andere zu tun! Das spornt es dazu an, seinen Mitmenschen zu dienen. Verschwendet keine Zeit und Mühe, es durch Aussprachen und Strafen auf den richtigen Kurs bringen zu wollen! Übergeht seine Aussagen so oft wie möglich und bemüht euch, in ihm Zuneigung zu anderen zu wecken und sich selbst zu vergessen, in dem es etwas für andere tut.

Sprachlich bearbeitet aus: Ella Eaton Kellogg, Studien zur Charakterbildung, S. 138-139. Buch erhältlich über NewStartCenter oder direkt bei patricia@angermuehle.com

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