Wenn das Leben aus dem Ruder läuft: Was Jesus uns über Angst und Vertrauen zeigt

Wenn das Leben aus dem Ruder läuft: Was Jesus uns über Angst und Vertrauen zeigt
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Wir kennen unsere eigenen Stürme: Sorgen, Überforderung, Ängste und Situationen, die wir nicht mehr kontrollieren können. Oft kämpfen wir zunächst aus eigener Kraft – bis wir merken, dass wir an unsere Grenzen kommen. Die Geschichte von Jesus auf dem stürmischen See zeigt: Echter Friede hängt nicht davon ab, dass der Sturm sofort aufhört. Entscheidend ist, wem wir vertrauen, wenn die Wellen über uns zusammenschlagen. Von Kai Mester

Lesezeit: 14 Minuten

Ein ereignisreicher Tag lag hinter Jesus. Am Ufer des Sees Genezareth hatte er seine ersten Gleichnisse erzählt, den Menschen noch einmal anhand vertrauter Bilder das Wesen seines Reiches erklärt und wie es entstehen würde.

Den ganzen Tag hatte er gelehrt und geheilt, und als der Abend nahte, umdrängte ihn die Menschenmenge noch immer. Tag für Tag hatte er ihnen gedient, zum Essen oder Ruhen kaum Pause gemacht. Die bissige Kritik und die Falschdarstellungen, mit denen die Pharisäer ihn ständig verfolgten, machten seine Arbeit noch viel anstrengender und belastender. Jetzt am Tagesende war er maßlos erschöpft. Daher wollte er sich an einen einsamen Platz am anderen Seeufer zurückziehen.

Das Ostufer des Sees Genezareth war nicht unbewohnt. Aber im Vergleich zum Westufer war es eine einsame Gegend. Die Einwohner waren größtenteils keine Juden und hatten wenig Kontakt mit Galiläa. Das bot Jesus die Abgeschiedenheit, nach der er suchte. So bat er seine Jünger, ihn dorthin zu begleiten.

Die Reise zum anderen Ufer

Nachdem er die Menschenmenge heimgeschickt hatte, nahmen sie ihn direkt mit ins Boot und legten hastig ab. Doch sie sollten nicht allein aufbrechen. Am Ufer lagen noch andere Fischerboote, in die sich die Menschen, die ihm nachfolgten, rasch hineindrängten. Denn sie wollten unbedingt noch mehr von ihm hören.

Der Heiland war nun erleichtert, endlich dem Drängen der Menschenmenge entkommen zu sein. Überwältigt von Müdigkeit und Hunger legte er sich ins Bootsheck und schlief kurz darauf ein. Der Abend war ruhig und lau; der See lag still da. Doch plötzlich zogen dunkle Wolken am Himmel auf, der Wind fuhr ungestüm durch die Schluchten am Ostufer hernieder und ein starker Sturm brach über den See herein.

Mitten im Sturm

Die Sonne war untergegangen und schwarze Nacht senkte sich auf den stürmischen See. Vom heulenden Wind gepeitscht fegten die Wellen wütend über das Boot der Jünger hinweg und drohten es zu verschlingen. Die hartgesottenen Fischer hatten ihr Leben auf dem See verbracht und ihr Gefährt schon sicher durch so manchen Sturm gesteuert; doch nun setzten sie Kraft und Können vergeblich ein: Sie waren dem Sturm hilflos ausgeliefert. Ihre Hoffnung schwand dahin, als sie sahen, wie sich das Boot mit Wasser füllte.

Völlig in Anspruch genommen von dem Versuch sich zu retten, hatten sie vergessen, dass Jesus an Bord war. Als sie erkannten, dass sie mit ihrem Einsatz nicht weiterkamen, und sie nur noch den Tod vor sich sahen, erinnerten sie sich, auf wessen Befehl sie eigentlich diese Überfahrt angetreten hatten. Jesus war nun ihre einzige Hoffnung. Hilflos und verzweifelt schrien sie: »Meister, Meister!« Doch die dichte Dunkelheit verbarg ihn vor ihren Blicken. Ihre Stimmen wurden von dem brüllenden Sturm übertönt. – Keine Antwort! Zweifel und Furcht packte sie. Hatte Jesus sie im Stich gelassen? War er, der Krankheit, Dämonen, ja den Tod besiegt hatte, machtlos, oder war ihm ihre Not gleichgültig?

Wieder riefen sie, doch sie hörten nur das Jaulen der zornigen Böen. Ihr Boot begann schon zu sinken. Noch einen Augenblick, dann würden die hungrigen Wellen sie verschlingen.

Jesus stillt den Sturm

Plötzlich zerreißt ein Blitz die Finsternis und sie sehen Jesus seelenruhig daliegen und schlafen. Erstaunt und verzweifelt rufen sie aus: »Meister, willst du uns umkommen lassen?« Wie kann er so friedlich ruhen, während wir in Gefahr sind und mit dem Tod ringen? Ihre Schreie wecken Jesus. Als ein greller Blitz ihn erleuchtet, sehen sie in seinem Gesicht himmlischen Frieden, lesen in seinem Blick selbstvergessene, warmherzige Liebe. Da wenden sich ihre Herzen ihm zu: »Herr, rette uns! Wir gehen unter!«

Noch nie wurde solch ein Hilferuf überhört. Als die Jünger ihre Ruder zu einer letzten Anstrengung ergriffen, steht Jesus auf. Er steht mitten unter seinen Jüngern, während der Sturm tobt, die Wellen über ihnen zusammenschlagen und die Blitze sein Angesicht erleuchten. Er hebt die Hand, die so oft Werke der Barmherzigkeit vollbracht hat und sagt zum schäumenden See: »Schweig, sei still!«

Der Sturm legt sich. Die Wellen beruhigen sich. Die Wolken ziehen ab und die Sterne treten hervor. Das Boot ruht auf dem stillen See. Dann wendet sich Jesus an seine Jünger und fragt traurig: »Warum habt ihr Angst? Habt ihr keinen Glauben?« (Markus 4,40)

Die Jünger waren sprachlos. Selbst Petrus schwieg staunend. Die Boote, die Jesus und die Jünger begleitet hatten, waren in derselben Gefahr gewesen. Schrecken und Verzweiflung hatten sich aller Insassen bemächtigt; doch Jesu Befehl brachte Frieden ins Chaos. Der wütende Sturm hatte die Boote aufeinander zugetrieben, sodass alle das Wunder miterlebten. In der nun folgenden Stille wurde die Angst vergessen. Die Leute flüsterten einander zu: »Was für ein Mensch ist das, dass ihm sogar Wind und See gehorchen?«

Keine Angst!

Als Jesus aufwachte, um dem Sturm entgegenzutreten, hatte er völligen Frieden. In seinen Worten oder seinem Blick war keine Spur von Furcht zu entdecken, weil auch in seinem Herzen keine Furcht war. Aber er ruhte nicht im Besitz der Allmacht, nicht als Herr von Erde, Meer und Himmel. Diese Macht hatte er abgelegt, denn er sagt: »Ich kann aus mir heraus nichts tun.« (Johannes 5,30) Er vertraute der Macht des Vaters. Jesus ruhte im Glauben – im Glauben an Gottes Liebe und Fürsorge. Die Macht, die den Sturm stillte, war Gottes Macht.

Genauso dürfen auch wir in der Fürsorge unseres Retters ruhen. Wenn die Jünger ihm vertraut hätten, wäre ihr Friede nicht gestört worden. Ihre Furcht in der Krise zeigte ihren Unglauben. In dem Bemühen sich selbst zu retten, vergaßen sie Jesus; erst als sie an sich selbst verzweifelten, wandten sie sich an ihn um Hilfe.

Wie oft erleben wir dasselbe! Wenn der Sturm der Versuchung sich zusammenbraut und die grellen Blitze zucken, wenn die Wellen über uns hinwegspülen, kämpfen wir alleine gegen den Sturm und vergessen, dass es jemanden gibt, der uns helfen kann. Wir vertrauen unserer eigenen Kraft, bis die Hoffnung schwindet und wir kurz vor dem Untergang stehen. Dann denken wir an Jesus, und wenn wir bei ihm Rettung suchen, rufen wir nicht vergeblich. Obwohl er traurig unseren Unglauben und unser Selbstvertrauen tadelt, gewährt er uns immer die Hilfe, die wir brauchen. Weder zu Lande noch zu Wasser brauchen wir Angst zu haben, wenn der Heiland in unserem Herzen ist. Lebendiger Glaube an den Erlöser glättet die Wogen des Lebens und befreit uns so aus der Gefahr, wie er es für am besten hält.

Im Sturm der Gefühle

Noch eine andere geistliche Lehre ist in diesem Wunder von der Sturmstillung verborgen. Jeder hat schon erfahren, wie wahr das Schriftwort ist: »›Die Gottlosen … sind wie das aufgewühlte Meer, das niemals still sein kann, sondern ständig Schmutz und Schlamm aufwühlt. Für die Gottlosen gibt es keinen Frieden‹, spricht mein Gott.« (Jesaja 57,20.21 Neues Leben) Die Sünde hat unseren Frieden gestört. Ein ungebändigtes Ich findet keine Ruhe. Die herrschsüchtigen Leidenschaften des Herzens bekommt kein Mensch in den Griff. Hier sind wir genauso hilflos wie die Jünger auf dem sturmgepeitschten See.

Doch derjenige, der Galiläas Wogen mit seinem Wort befriedete, hat auch für jeden Menschen Worte des Friedens gesprochen. Wie stark der Sturm auch sein mag, wer sich an Jesus wendet und ruft, »Herr, rette uns!«, wird befreit werden. Seine Gnade versöhnt das Herz mit Gott, stillt den Sturm der menschlichen Gefühle. In seiner Liebe findet das Herz Ruhe.

»Er stillte den Sturm, dass er schwieg und die Wellen sich beruhigten; und jene freuten sich, dass sie sich legten; und er führte sie in den ersehnten Hafen.« (Psalm 107,29-30) »Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus.« (Römer 5,1 Luther 84) »Die Gerechtigkeit bringt Frieden. Sie lässt für alle Zeit Ruhe und Sicherheit einkehren.« (Jesaja 32,17 Neues Leben)

Der Besessene von Gerasa

Am frühen Morgen legten der Heiland und seine Gefährten am Ufer an. Das Licht der aufgehenden Sonne tauchte den See und die Landschaft in ein friedliches Licht. Doch kaum hatten sie den Fuß an Land gesetzt, da bot sich ihnen ein noch schrecklicherer Anblick als der wütende Sturm. Aus irgendeinem Versteck zwischen Gräbern stürmten zwei Verrückte auf sie zu, als wollten sie sie in Stücke reißen. An ihnen hingen Fesseln, die sie zerrissen hatten, um aus ihrem Gefängnis zu entfliehen. Ihr Fleisch war aufgerissen und blutete, wo sie sich mit scharfen Steinen geritzt hatten. Ihre Augen starrten unter langem, verfilztem Haar hervor. Es war, als hätten die Dämonen ihnen noch die letzten menschlichen Züge geraubt: Sie glichen eher wilden Tieren.

Die Jünger und ihre Gefährten suchten entsetzt das Weite, merkten aber bald, dass Jesus ihnen nicht folgte und schauten zurück. Er stand dort, wo sie ihn verlassen hatten. Er hatte den Sturm gestillt, war Satan begegnet und hatte ihn besiegt. Warum sollte er vor diesen Dämonen fliehen? Als sich die Männer ihm zähneknirschend und wutschäumend näherten, hob Jesus die Hand, die den Wellen befohlen hatte, und die Männer konnten nicht näher kommen. Sie standen rasend, aber hilflos vor ihm.

Mit Vollmacht gebot er den unreinen Geistern auszufahren. Seine Worte durchdrangen die verfinsterten Gemüter der unglücklichen Männer. Sie erkannten, dass jemand in der Nähe war, der sie befreien konnte. Sie fielen dem Heiland ehrerbietig zu Füßen; aber als ihre Lippen sich öffneten, seine Gnade zu erbitten, da sprachen die Dämonen durch sie und schrien laut: »Was habe ich mit dir zu schaffen, Jesus, du Sohn Gottes des Höchsten? Ich flehe dich an, quäle mich nicht.«

Mein Name ist Legion

Jesus fragte: »Wie heißt du?« Die Antwort lautete: »Mein Name ist Legion, denn wir sind viele.« Die Dämonen benutzten die gepeinigten Männer als Medien und flehten Jesus an, sie nicht aus dem Land zu schicken. An einem Berghang ganz in der Nähe wühlte eine Herde Schweine. In sie, baten die Dämonen, solle Jesus sie hineinfahren lassen. Jesus erlaubte es ihnen. Sofort wurde die Herde von Panik ergriffen. Sie raste wie besessen den Abhang hinunter, konnte am Ufer nicht anhalten, stürzte in den See und ertrank.

Inzwischen hatte sich eine wundersame Veränderung an den Besessenen ereignet. Ihr Gemüt war erleuchtet, aus ihren Augen strahlte Vernunft. Ihr Gesicht, das so lange das Bild Satans widergespiegelt hatte, wurde plötzlich sanft und die blutbefleckten Hände ruhig. Mit froher Stimme priesen sie Gott für ihre Befreiung.

Angst vor der Rettung?

Vom Abhang aus hatten die Schweinehirten alles beobachtet und eilten weg, um die Nachricht ihren Herren und ihrem Volk zu bringen. Voller Angst und Erstaunen strömte die ganze Einwohnerschaft Jesus entgegen. Die zwei Besessenen waren der Schrecken des Landes gewesen. Niemand konnte gefahrlos ihren Ort passieren; denn sie überfielen jeden Reisenden mit dämonischem Zorn. Jetzt waren diese Männer bekleidet und völlig normal. Sie saßen zu Jesu Füßen, lauschten seinen Worten und priesen den Namen ihres Retters. Doch die Menschen, die dieses wunderbare Bild sahen, freuten sich nicht. Der Verlust der Schweine war für sie wichtiger als die Befreiung dieser Gefangenen Satans.

Dabei war es Barmherzigkeit mit den Schweinebesitzern, dass ihnen dieser Verlust zugemutet wurde. Sie waren so von irdischen Dingen in Anspruch genommen, dass sie für die großen Anliegen des geistlichen Lebens nichts übrig hatten. Jesus wollte den Bann der selbstsüchtigen Gleichgültigkeit brechen, damit sie seine Gnade annähmen. Doch Enttäuschung und Empörung über diesen irdischen Verlust machten sie blind für die Barmherzigkeit des Heilands.

Die Bekundung übernatürlicher Macht weckte den Aberglauben des Volkes und ängstigte sie. Weitere Katastrophen könnten folgen, wenn dieser Fremde unter ihnen bliebe. Sie fürchteten finanziellen Ruin und beschlossen Jesus zu vertreiben.

Jesu Begleiter, erzählten nun alles, was die Nacht zuvor geschehen war, vom gefährlichen Sturm und wie der Wind und der See gestillt wurden. Doch ihre Worte blieben wirkungslos. Entsetzt scharte sich das Volk um Jesus und flehte ihn an, sie zu verlassen. Er willigte ein und bestieg umgehend das Schiff in Richtung auf das gegenüberliegende Ufer.

Das Volk von Gerasa hatte die lebendigen Beweise für Jesu Macht und Barmherzigkeit vor sich. Sie sahen Männer, die von ihrer Geisteskrankheit geheilt waren; doch sie hatten solche Angst um ihre irdischen Interessen, dass sie den als Eindringling behandelten, der den Fürsten der Finsternis vor ihren Augen besiegt hatte. Sie wiesen dem Himmelsgeschenk die Tür.

Wir haben nicht die Gelegenheit uns von Jesus so abzuwenden wie die Gerasener; und doch wollen viele sich nicht nach seinen Worten richten, weil das bedeuten würde, manch weltliches Anliegen zu opfern. Seine Gegenwart könnte ihnen finanziellen Verlust bringen, daher lehnen viele seine Gnade ab und vertreiben seinen Geist.

Der Auftrag

Ganz anders fühlten sich die geheilten Besessenen. Sie wünschten sich, bei ihrem Befreier zu bleiben. In seiner Gegenwart fühlten sie sich sicher vor den Dämonen. Als Jesus wieder das Boot besteigen wollte, knieten sie zu seinen Füßen und flehten ihn an, er möge sie mitnehmen. Doch Jesus gebot ihnen heim zu gehen und zu erzählen, was für große Dinge der HERR für sie getan hatte.

Hier gab es eine Aufgabe für sie. Sie sollten in ihre nichtjüdische Heimat gehen und von dem Segen erzählen, den sie von Jesus empfangen hatten. Es fiel ihnen schwer, sich vom Heiland zu trennen. Doch sie waren sofort bereit, Jesu Worten zu folgen. Sie erzählten nicht nur ihren Familien und Nachbarn von Jesus, sondern zogen durch das ganze Zehn-Städte-Gebiet Dekapolis und verkündigten überall, dass er Macht hat zu retten. Sie erzählten, wie er sie von den Dämonen befreit hatte. Durch diese Arbeit konnten sie einen größeren Segen empfangen, als wenn sie bloß zu ihrem eigenen Nutzen bei ihm geblieben wären. Wer die gute Nachricht von der Errettung verbreitet, kommt dadurch dem Erretter näher.

Kompetent durch eigene Erfahrung

Die beiden geheilten Besessenen hatten nicht eine einzige Predigt von Jesus gehört. Aber sie konnten erzählen, was sie wussten, was sie selbst von der Macht Jesu gesehen, gehört und gespürt hatten. Das kann jeder tun, dessen Herz von Gottes Gnade berührt wurde. »Was von Anfang war, was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen haben, was wir angeschaut und was unsere Hände betastet haben vom Wort des Lebens … was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir euch.« (1. Johannes 1,1-3)

Wenn wir Jesus Schritt für Schritt gefolgt sind, können wir ganz konkret etwas darüber erzählen, wie er uns geführt hat. Wir können erzählen, wie wir seine Verheißung auf die Probe gestellt und für wahr befunden haben. Dieses Zeugnis fehlt der Welt und deshalb geht sie zugrunde.

Die Menschenwürde

Die Begegnung mit den Besessenen von Gerasa zeigt, wie tief Satan die Menschheit hinunterziehen möchte und dass Jesus den Auftrag hat, die Menschen aus dieser Macht zu befreien. Jene elenden Wesen veranschaulichten, wo die Menschheit landen würde, wenn sie Satan überlassen bliebe. Satans Einfluss wirkt unaufhörlich auf die Menschen ein, um ihre Sinne abzulenken, ihre Gedanken zum Bösen zu steuern und zu Gewalt und Verbrechen anzustiften. Er schwächt den Körper, verfinstert den Verstand und entwürdigt die Seele. Immer wenn Menschen die Einladung des Heilands ablehnen, liefern sie sich Satan aus. Zahllose Menschen tun dies heute in allen Lebensbereichen, daheim, im Berufsleben und sogar in der Kirche. Deshalb überziehen Gewalt und Verbrechen die Erde, und moralische Finsternis umhüllt wie ein Leichentuch die menschlichen Ansiedlungen.

Durch seine trügerischen Versuchungen führt Satan die Menschen in immer schlimmere Laster bis zum völligen Werteverfall und Untergang. Der einzige Schutz gegen seine Macht liegt in Jesu Gegenwart. Vor Menschen und Engeln wurde Satan als Feind und Zerstörer des Menschen entlarvt. Jesus hingegen ist ist des Menschen Freund und Befreier. Seine Gesinnung wird im Menschen alles entwickeln, was den Charakter veredelt und die Menschenwürde wiederherstellt. Sie wird den Menschen zur Verherrlichung Gottes körperlich, seelisch und geistig aufbauen.

Gekürzt und verdichtet aus Ellen White, Desire of Ages, 333-341; vgl. Das Leben Jesu, Kapitel 35.

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