Ein Papst, der die traditionelle Vorstellung von Himmel und Hölle infrage stellt? Johannes XXII. sorgte im 14. Jahrhundert mit seinen Predigten für einen Skandal. Dabei vertrat er nur die Auffassung der Bibel. Von Daniel Knauft und Kai Mester
Lesezeit: 2 Minuten
Papst Johannes XXII. verkündigte im Jahre 1330 von seinem Amtssitz in Avignon aus: »Die Seelen der Gerechten kommen nicht sofort nach dem Tod in den Genuss der Gottesschau. Auch werden die Gottlosen nicht sofort verdammt. Vielmehr warten alle auf das letzte Gericht Gottes am Jüngsten Tag.« (The Popes, Hawthorne Books (1964), S. 253)
Mit zwei Predigten untermauerte er später diese Aussage. Doch … »Sofort kam die Frage unter den Orthodoxen auf: ›Wie bitte? Stehen nicht die Apostel Johannes und Petrus, ja sogar die gesegnete Maria jetzt schon in Gottes Gegenwart?‹
Durch den Papst veranlasst, untersuchten viele Theologen diese Frage und meldeten sich in der Diskussion zu Wort. Die Universität in Paris schaltete sich ein, auch der König von Frankreich erklärte, sein Reich dürfe mit solchen Irrlehren nicht verseucht werden.« (History of the Intellectual Development of Europe, New York (1876), Bd. 2, S. 94)
Es konnte nicht ausbleiben, dass die Dominikanermönche der Universität von Paris den Papst der Ketzerei beschuldigten. So war der alternde Pontifex schließlich kurz vor seinem Tod im Jahr 1334 dazu gezwungen, seine Aussagen zu widerrufen.
Lies weiter!
Die ganze Sonderausgabe als PDF!
Oder als Printausgabe bestellen: www.mha-mission.org


Schreibe einen Kommentar